Teil 2
Der junge Mann sagte nichts.
Seine Arme lagen noch immer um sie, doch sie spürte, wie sich seine Haltung veränderte – steifer, schwerer. Ein kaum merkliches Zögern.
„Vater…?“ Seine Stimme war leise, aber darin lag etwas Unruhiges.
Der ältere Mann lächelte.
Langsam. Kalt.
„Du bist früher zurückgekommen als erwartet“, sagte er ruhig und trat einen Schritt näher. „Vielleicht ist es besser so.“
Das Mädchen hob den Kopf. Ihre Finger krallten sich in das Hemd des jungen Mannes. „Geh nicht… bitte“, flüsterte sie hastig, als hätte sie plötzlich Angst vor etwas, das noch gar nicht ausgesprochen war.
Doch der junge Mann löste vorsichtig ihre Hände.
„Ich muss verstehen, was hier passiert“, murmelte er.
Ein Fehler.
Kaum hatte er sich einen Schritt von ihr entfernt, veränderte sich die Atmosphäre im Raum schlagartig. Die Tür fiel hinter ihm wie von selbst ins Schloss.
Ein leises Klicken.
Zu leise.
Zu endgültig.
Das Mädchen wirbelte herum. „Nein… nein, das hast du nicht—“
„Zu spät“, unterbrach der ältere Mann sie sanft.
Sein Blick glitt nun nicht mehr zu ihr… sondern zu seinem Sohn.
Und zum ersten Mal lag darin nicht nur Dunkelheit.
Sondern Erwartung.
„Es wird Zeit, dass du die Wahrheit erfährst.“
Der junge Mann spürte, wie ihm ein kalter Schauer über den Rücken lief.
Denn tief in seinem Inneren… hatte er das Gefühl, dass er diese Wahrheit vielleicht schon kannte.
Und genau das machte sie noch gefährlicher…
Fortsetzung folgt…